Panem Et Circensis

Panem Et Circensis

Beitragvon Japped » 20.09.2009, 11:33

Schon im alten Rom ging es - zum Wohle des Volkes und zur Füllung der Kassen - um panem et circensis / Brot und Spiele. Und je blutiger umso besser!

Hurra, wir haben die alten Zeiten wieder. Neulich las ich vom neuesten US-Import ultimate fighting. Das bekräftigt mich ein weiteres Mal, welch Geistes Kind die Amerikaner sind und auf welcher evolutionären Stufe sie sich befinden. Und ich bin maßlos erschüttert darüber, dass solche "Sportarten" in unserer "aufgelärten ( europäischen ) Zivilisation" überhaupt noch eine Chance der Beachtung bekommt.

Na, dann ist es bis zu Gladiatorenkämpfen und Löwenfütterungen ja auch nicht mehr weit. (?)

Arme Welt. Und ich dachte, wir wären mittlerweile zivilisiert. Aber das, was uns geboten wird und noch werden wird zeigt nur, dass sich die sogenannte Zivilisation geistig doch - entgegen aller Vermutung - gewaltig zurückbewegt. Im Baugewerbe wurde ja schon der schöne (Un-)Begriff Rückbau geschaffen Wie nennt man es denn, wenn Menschen sich so gravierend zurückentwickeln?

Schade, dass wir alle so machtlos gegen solch einen Schwachsinn sind. Aber solche brutalen Visionen, die ich numehr nicht allein als Fiktion sehen kann, die gab es ja schon früher:

Running Man ( 1987 )

Arnold Schwarzenegger alias Ben Richards ist der Spielkandidat. Er kämpft nicht um Geld, nicht um den Einzug in die kalifornische Regierung. Sein einziger Preis ist das Überleben. Fernsehen im Jahre 2019: Eine Horde mordender Entertainer jagt im Untergrund den Gladiatoren - und am Bildschirm harren Millionen der Grausamkeiten, die geschehen mögen. "Running Man" (1987) ist Illusion - natürlich. Doch hin und wieder lässt die aufwändige Verfilmung des Buches von Stephen King ob Dschungelcamps, Endlos-"Big-Brother" und dicker, fetter, peinlicher Verlobter beklemmende Gefühle erwachsen. Und mit ihnen die Frage: Wie weit ist der Weg bis zum "Running Man"?

und weiter:

Das Millionenspiel ( 1970 )

Na, auf dem besten Wege dahin sind wir ja. Und ich möchte wetten, dass sich schon heute dafür Leute finden würden, die da mitmachen, wenn der Preis stimmt. Und es wird auch Menschen geben, die die nötige Einschaltquote bringen.

Ich halte alle Kampfsportarten, die inhaltlich darauf ausgerichtet sind anderen Menschen Schmerz und Verletzungen zuzufügen, für unzivilisiert und verabscheuungswürdig. Dazu gehört auch das Boxen oder andere "Kloppereien". Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie jemand es lustig, spannend oder ( abartiger Weise ) anregend finden kann, wenn zwei oder mehrere Leute sich gegenseitig brutal verprügeln.

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Re: Panem Et Circensis

Beitragvon Larry_Bad » 20.09.2009, 12:41

najaaaaa, so drastisch sehe ich das nicht. UF Kämpfe sind in der Regel sehr kurz. Daher fällt das permanente (und schädlichere) Hämmern auf die Birne über 12 Runden, wie z.B. im Boxsport weg... und was heißt hier machtlos? Das sind ja nicht alles primitive Kneipenschläger. In der Szene bewegen sich auch Banker, Studenten etc. Das ganze ist vll. vergleichbar mit den ewig ideologisierten Debatten über Hooligans.
Bei UF fließt ne Menge Blut und das sieht alles ganz Übel aus. Mein Fall ist das auch nicht, aber genauso wenig sehe ich hier einen Rückschritt. Lass die paar Leute sich prügeln. Besser mit ordentlichen Regeln und mit ärztlicher Aufsicht, als ohne.
Jeder, der sich schon mal geschlagen hat (unabhängig vom UF, vll. Als Kampfsportler generell), kenn das Gefühl, wenn das Adrenalin einsetzt....
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Re: Panem Et Circensis

Beitragvon Japped » 20.09.2009, 13:31

Larry_Bad hat geschrieben:UF Kämpfe sind in der Regel sehr kurz. Daher fällt das permanente (und schädlichere) Hämmern auf die Birne über 12 Runden, wie z.B. im Boxsport weg...


Und deswegen sind diese primitiven Kloppereien weniger brutal?

Larry_Bad hat geschrieben:Das sind ja nicht alles primitive Kneipenschläger. In der Szene bewegen sich auch Banker, Studenten etc. Das ganze ist vll. vergleichbar mit den ewig ideologisierten Debatten über Hooligans.


Ach? Und die Banker und Studenten erheben diese üble Show zum "Sport für Intellektuelle"?

Larry_Bad hat geschrieben:Lass die paar Leute sich prügeln. Besser mit ordentlichen Regeln und mit ärztlicher Aufsicht, als ohne.


An verschiedenen Schauplätzen der Welt töten, schlagen und verletzen sich tausende von Menschen "unter ärztlicher Aufsicht und nach ( Genfer ) Regeln". Und - nach eigenen Angaben - aus besseren Gründen als ein paar Dollar oder Euro. - Na gut. Lassen wir sie mal...

Larry_Bad hat geschrieben:Jeder, der sich schon mal geschlagen hat (unabhängig vom UF, vll. Als Kampfsportler generell), kenn das Gefühl, wenn das Adrenalin einsetzt....


Ja, das Adrenalin... So ähnlich hat sich auch der Typ geäußert, der damals meinen Kollegen in Huchting zusammengeschlagen hat. Und auch der Jugendliche, der meinen Sohn an der Straßenbahnhaltestelle überfallen und an den Rand des Krankenhauses getreten hat. Ja, Du hast Recht. So ein wenig Adrenalin ist da schon geflossen. Bei den Tätern, den Opfern und letztlich auch bei mir.

Irgendwie glaube ich, dass Deine Argumentation ein wenig hinkt. Die Verharmlosung brutaler Gewalt, aus welchen Gründen auch immer, ist einfach nicht akzeptabel. Meine ich zumindest...

... solange keiner daherkommt und mir mit dem Baseballschläger eins überziehen oder die Zähne eindreschen will... :zwinker:

Herzlichen Gruß zum Sonntag,
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