Kurzgeschichte: Alles Für Eine

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Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Japped » 16.11.2010, 14:36

GELÖSCHT
Zuletzt geändert von Japped am 21.01.2011, 15:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon sonny » 16.11.2010, 15:22

Boah - was für eine Geschichte!!!
Ich hatte die Bilder vor mir und bin
ehrlich froh, dass ich solche Leute
nicht kenne... wie asi ist das denn?
Tu, was Dir gut tut!

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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Bremer86 » 16.11.2010, 22:41

Tut mir leid,dachte wäre eine Kurz geschichte,aber die ist mir aufjedenfall zu lang..

Aber trotzdem :big_applaus: wenn du die hier rein geschrieben hast von Hand!!
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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Mangoman » 17.11.2010, 01:24

Puhh... die Geschichte ist echt harter Tobak....

Ich möchte nicht wissen, was davon Wahr ist und wo die Geschichte anfängt.

Aber die Geschichte ist toll geschrieben, zum Anfang etwas verwirrend, aber später fügt sich das gesamt Bild
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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Steve » 17.11.2010, 05:53

@Japped,

ich weiß gar nicht was ich sagen soll !?
Vielleicht, ...ich wünsche dir vom ganzen Herzen, dass du nach all dieser Zeit damit endlich abschließen kannst !
Oder, ... falls dir deine Träume weiter verfolgen sollten, auch tagsüber, ...professionelle Hilfe suchen solltest. Ich schätze, du hast es schon gemacht. Stimmt`s ?

Als Schlusssatz möchte ich dir meinen Respekt aussprechen, ...wer so viel Mut besitzt, seine eigene Wut- und Verzweiflungs-Kurzgeschichte ...nach all den Jahren hier im öffentlichen Forum niederschreibt,... kann ich nur alles Gute wünschen !!!
Steve
 

Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Japped » 17.11.2010, 11:54

In dieser Geschichte ist leider nicht alles erfunden. Erfunden ist der Plasmafernseher (es war eine Röhre), das Handy (gab es noch nicht), der Golf (es war ein Honda), der Euro (es gab ja noch die gute D-Mark), das Krankenbett (es war die alte Couch) und der Espresso-Automat (es war eine normale Kaffeemaschine). Auch ist die Carmen eine Mischung aus mir und meinem Bruder - und wir leben noch. Was aber absolut wahrheitsgetreu dargestellt ist, ist meine Schwester und die Kernpunkte der Handlung. Sie hat es geschafft, in den 13 Monaten vor dem Tod unseres Vaters 35 Tausend DM vom Konto in bar abzuheben, und am Ende war nichts mehr, nur offene Verpflichtungen, Schulden und sogar die Beerdigungskosten.

Ich habe in all den Jahren nur ein Mal von ihr gehört, als ich auf einen Beitrag auf Youtube hingewiesen wurde: ein Mitschnitt eines RTL-Berichts über Mietnomaden setzt sie und ihre älteste Tochter spektakulär in Szene. Und: alles das, was dort gezeigt wurde, ist nach meinen eigenen Erfahrungen in allen Punkten durchaus glaubhaft. Wie auch schon früher, sind ihre Erklärungen am Ende zwar überzeugend dargebracht ( das konnte sie ganz gut ) - aber schlichtweg gelogen.

*

Ich habe meine Schwester seit 17 Jahren nicht gesehen oder gesprochen. Nun kam unvermittelt eine Nachricht des Sozialamtes, dass sie verstorben sei, und dass ich gemäß des Gesetzes für das Leichenwesen und des SGB XII für die Beerdigungskosten aufzukommen habe. Ihre drei Kinder haben die Wohnung wohl schon geplündert und vermutlich das Erbe abgelehnt; nach Auskunft des Amtes kommen sie als Kostenpflichtige aber nicht in Betracht.

Dieses mag nun ein Hinweis von mir an ebenso potentielle Betroffene sein:

Für die Beerdigungskosten kommen zunächst einmal die Eltern und/oder die Kinder auf. Sollte das nicht möglich sein, sind die volljährigen GESCHWISTER kostenpflichtig. Das ergibt sich aus

a. Das Gesetz über das Leichenwesen (Bremen) §17 Abs.2:

(2) Für die Bestattung haben die Angehörigen (§ 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1) oder die Person, die mit der verstorbenen Person in eheähnlicher Gemeinschaft ge-lebt hat, zu sorgen

und §4 Abs.1 Satz 1 Nr. 1:

1. der Ehegatte oder die Ehegattin, die volljährigen Kinder, die Eltern oder voll-jährigen Geschwister,


sowie auf das

b. Sozialgesetzbuch SGB XII §74

Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen.


Allerdings kommt man aus der Nummer so leicht nicht heraus. Klar ist der Fall nur, wenn der/die Verstorbene dem Zahlungspflichtigen dauerhaft und wiederholt körperlichen Schaden zugefügt hat, oder man selbst bedürftig ist, was aber minutiös bewiesen werden muss. Ansonsten... drei ???

Das AfSD ist auch sofort mit der Aufforderung in der Tür, sämtliche finanziellen Einkünfte offen zu legen. Weiterhin kann es auch nur einem möglichen Zahlungspflichtigen die komplette Beerdigungs-Rechnung zuschicken, mit dem Hinweis, man könne sich ja auf dem privatrechtlichen Wege an die anderen potentiellen Kostenpflichtigen halten und versuchen, dort einen entlastenden Beitrag zu holen.

Das AfSD trägt Beerdigungskosten bis zu 3000 Euro, hat aber bei den Beerdigungsinstituten Sonderkonditionen.

Ich habe mir einen Anwalt genommen. Besser ist das. Doch diese Sache fällt nicht unter das Erbrecht, wohl auch nicht unter das Sozialrecht. Hier bedarf es einer guten Formulierung, wenn man die Anwaltskosten von der Rechtsschutz ersetzt haben möchte. Ob mir das gelingt, weiß ich nicht. Und wenn ich verliere, zahle ich meinen Anwalt, ihren Anwalt UND die Beerdigungskosten.

Nein, es geht mir nicht gut.
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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Biene » 17.11.2010, 12:29

Eine Gänsehaut nach der anderen... Alles Gute für Dich und viel Erfolg @ Japped!
Es grüßt herzlich

Biene


Wenn ein Mensch ein Tier tötet ist es Sport, wenn ein Tier einen Menschen tötet sagt man, es sei grausam.

(unbekannter Verfasser)


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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Mangoman » 17.11.2010, 17:23

@Japped

das ja mal wirklich Hart! Nun sollst du auch noch für die Kosten der Beerdigung zahlen.
Kenn mich da jetzt nicht so aus, aber gibt es keine "günstigere" Alternative? Ich meine bis zu 3000€ sind ziemlich viel Geld für eine Person, die sich so verhalten hat wie sie.
Verbrennung, zur Not sogar im Ausland etc etc

Ich hoffe für dich, das die Geschichte bald ein für dich möglichst positives Ende findet.
Mangoman
 

Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Japped » 17.11.2010, 17:51

@Mangoman

Die Sache ist ja noch viel kurioser!

Fakt ist:
Ich soll zahlen und alle meine Vermögens- und Einkommensverhältnisse offenlegen.

Aber:
Ich wurde offiziell erst eine Woche nach ihrem Tod durch das AfSD informiert. Da hatte ihre Tochter schon die Beerdigung mit Trauerfeier bestellt, eine Grabstelle geordert und die Wohnung durchkämpt. Alles in dem Wissen und dem Vorsatz, die Beerdigung nicht zu bezahlen und das Erbe auszuschlagen.

Ich habe versucht, bei dem Beerdigungsinstitut eine Kopie dieses Auftrags zu erhalten oder zumindest genauere Auskünfte. Da hieß es aber nur: Keine genauen Auskünfte - keine Kopie. Alles ist "im Rahmen". Wenden Sie sich an das Sozialamt. Aber dort lag und liegt keine Kopie des Auftrags vor, nur der Antrag der Tochter auf Kostenübernahme. Ich bekomme den auch erst zu sehen, wenn ich selbst einen Antrag auf Kostenübernahme stelle ( siehe oben: Offenlegung ). Ansonsten bekomme ich nur die Rechnung.

Und: Wenn ich meine Vermögens- und Einkommensverhältnisse offenlege, werden diese ALLEN (!!!) Antragstellern zugänglich gemacht, was man durch Unterschrift als Teil des Antrags genehmigen muss. Alle Antragsteller sind in diesem Fall alle, die als zur Zahlung verpflichtete in Frage kommen, also auch alle Kinder meiner Schwester.

Eine Möglichkeit des Einspruchs oder gar eine Chance auf Kostenreduzierung habe ich ( und andere Betroffene in dieser Situation ) nicht.

:eusa_wall:

Ich kann natürlich auch sagen: Klar! Gebt mir die Rechnung, ich mach das mal! Dann wäre ich damit durch. Aber es ist ja noch nicht einmal klar, wie hoch diese Rechnung ist. Und will ich das denn? Nööö. Will ich nicht.
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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Japped » 17.11.2010, 18:09

Nö. Keine Chance. Und das Handeln der Tochter ist gem. Gesetz für das Leichenwesen abgesichert. Sie ist nahe Verwandte, sie stand zeitnah zur Verfügung - also hat sie als Kind den Auftrag erteilt. Der Rest interessiert halt nicht. Wichtig ist nur, dass ein Leichnam schnell beerdigt wird. Und als Hartz4-Empfängerin handelte sie ja eh völlig sorgenfrei - das Amt wird es schon richten.
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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Mangoman » 17.11.2010, 18:20

Echt erschreckend deine Geschichte!

Ich würde an deiner Stelle auch gegen an gehen, ich hoffe das die Rechtsschutzversicherung dafür aufkommt.
Auch wenn es nicht so einfach wird, wie du ja schon beschrieben hast. Aber wofür hat man diese Versicherung sonst?
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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon vossibär » 17.11.2010, 19:50

Kurzgeschichte??? :big_grubel:

Aber - ich leg jetzt los, lese mir den Roman auch mal durch. Bin gleich wieder da.
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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon vossibär » 17.11.2010, 20:08

Bin wieder da.

Da hat Japped Recht. Er kann nichts machen. Er ist der einzige Verwandte, wo man ggf. etwas holen kann - und das holen die sich.

Da hätte er, wie die Schwester es getan hat, vorsorgen müssen, und heftig Schulden machen, damit er nicht in der Zange ist.

Sch... Situation. Und dann soll man stark bleiben - und wie war es bei dir? Gesund auch noch.

Toi, toi, toi.
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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Kilchen » 17.11.2010, 22:29

danke für diese geschichte!
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Re: Kurzgeschichte: Alles Für Eine

Beitragvon Bremer86 » 17.11.2010, 23:45

Habe mir die Geschichte jetzt auch mal durchgelesen,ist echt ein hartes stück!!!
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