Nobby hat geschrieben:diese bewußt zugefügte seelische Verletzung MEINES KINDES, werde ich IHM mit Sicherheit nicht verzeihen
Hallo Lucie,
ich hätte mehr Verständnis für dich, wenn du geschrieben hättest:
"diese bewußt zugefügte seelische Verletzung UNSERES KINDES, werde ich IHM mit Sicherheit nicht verzeihen"Nobby
Hallo Nobby!
Da du bis auf mein obiges statement gar nichts von meiner Situation weißt, ist es sicher für dich schwierig, Verständnis zu haben. Allerdings - bevor du kein Verständnis hast, könntest du ja auch mal nachfragen....
Die Formulierung "MEIN KIND" ist bewußt gewählt und darum auch groß geschrieben.
Ungefragt hier trotzem der Grund dafür:
Wenn ein Mensch, gesettlet, wohl gebildet, hoch dozierter Job, auf Rang und Namen bedacht und intellektuell durchaus in der Lage, simple Zusammenhänge wie "mein Kind könnte mich als Vater wohl brauchen" zu durchschauen, sich so verhält, wie er es getan hat und tut, dann verliert er in meinen Augen und FÜR MICH irgendwann einmal das Recht, Vater genannt zu werden, auch wenn er es physisch natürlich für alle Zeiten bleibt. Für meine Tochter bleibt er auch seelisch immer ihr Vater, denn einen anderen wird es für sie nicht geben, unabhängig von irgendeinem Verhalten. Jedoch nehme ich mir das Recht heraus, ganz besonders in diesem Zusammenhang von MEINEM KIND zu reden. Oft genug habe ich diesen Menschen darauf aufmerksam gemacht, dass er SEIN KIND oder UNSER KIND nicht so behandeln darf. Ich habe mir immer seinen Kontakt zu UNSERER Tochter gewünscht und auch sehr viel dafür getan, offiziell und inoffiziell. Dieser Wunsch ist unabhängig zu sehen von der Geschichte, die wir zwei auf Paarebene und nach langjähriger Ehe miteinander hatten. Diese Ebenen muss man trennen können, auch wenns schwer fällt. Eltern bleibt man immer - in unserem Fall leider nicht. Ich hätte mir sehr gewünscht, es wäre anders. Aber ich bin seit letztem Jahr gezwungen, aufzugeben und anzuerkennen: Er hat sich mit einem Brief selbst aus der Vaterschaft entlassen. Das ist die Realität - eine Wirklichkeit, eine Last, die voll auf die Schultern eines kleinen Menschenkindes geht, das eigentlich nur von beiden Elternteilen geliebt sein möchte.
Vielleicht wird es jetzt etwas verständlicher, auch wenn ich hier nicht sämtiche Details ausbreiten kann und möchte?
Ich lebe übrigens heute (nach längerer alleinerziehender Phase) in einer neuen glücklichen Beziehung. Mein Freund kann meiner Tochter den Vater nicht ersetzen, auch wenn er die vielen väterlichen Funktionen übernommen hat. Aber wir bilden eine Familie. Und in diesem Zusammenhang sprechen wir beide schon mal von "unserer Kleinen" o.ä.. Formulierungen wie "meine Tochter" gibt es aber von meinem Freund nicht. Wir achten da sehr genau auf die Klarheit der Beziehungen und auch der Begrifflichkeiten.
Die Lücke bleibt.