Ich werde nie E10 tanken. Ich bin schon immer und bleibe immer überzeugter Dieselfahrer. Mir kann niemand erzählen, dass ein Superbenziner mit 9 Liter Verbrauch bei Kurzstrecke in der Stadt (das dürfte ja wohl in der Regel der größte Fahranteil bei den meisten sein) weniger Schadstoffe ausstößt, als ein Diesel mit 5,5 oder 6 Liter bei gleichen Bedingungen. Und dabei ist Diesel nichts weiter als ein Abfallprodukt der Raffinerien und hat schon jetzt mehr als 7% Bio beigemischt..
Geräusch- und leistungsmäßig (Beschleunigung/Höchstgeschwindigkeit) ist der Diesel kaum noch von einem Benziner zu unterscheiden. Obwohl - das war für mich nie Thema; 130 auf der Autobahn sind absolut ausreichend, und Beschleunigungsorgien à la Pseudoschumi mit qualmenden Reifen finde ich affig. Die Mehrkosten, die immer wieder angeführt werden, sind auch im Bereich der Milchmädchenrechnung, denn ein Diesel mit 200000 auf dem Wecker verkauft sich nicht nur besser als ein gleichwertiger Benziner, er ist auch ungleich teurer. Also relativiert sich der Mehrpreis bei der Anschaffung.
Zudem ist der Diesel für mich auch rein subjektiv ohne Alternative. Es macht einfach Spaß, erst nach 800 bis 1000 Kilometern wieder an die Tanke zu müssen. Dem turbinenmäßigen Heulen manch eines Benziners setzt der Diesel ein gemütliches Brummeln entgegen, dass für mich wesentlich weniger hektisch klingt.
Diesel zu fahren ist fast eine Lebenseintsellung. Fast so wie Motorradfahren.
Also E10? Von mir aus soll das tanken wer will. Mir kommt das nicht durch den Motor...

PS:
Völlig abartig finde ich diese Diskussion um die Verbindung zwischen Umwelt, Auto und Benzin, wenn ich mir die noch immer steigenden Absatzzahlen dieser völlig unnützen SUVs und Sportwagen anschaue. Sinnlose und überzüchtete Autos, die lediglich dem EGO des Käufers etwas nutzen, Unmengen von Sprit jeder Art verbrauchen und mehr als einen Parkplatz brauchen. Wäre man hier konsequent, würde man mehr in die Entwicklung verbrauchsgünstiger Motoren, alternativer Antriebe und sinnvoller Platznutzung investieren. Es wird Zeit für eine Temporeduzierung auf Autobahnen, eine Überarbeitung und Optimierung verschiedener Verkehrskonzepte und Sensibilisierung der Autofahrer für Fahrzeugnutzung und Umwelt.
Solange die Autoindustrie gewillt ist, immer schnellere, größere und teurere Fahrzeuge herzustellen und damit die Gier der illustren und oftmals egoistischen und rücksichtslosen Verkehrsmachos zu bedienen, solange sie die Entwicklungspläne für sparsamste Motoren einfach in der Schublade läßt, weil der Mainstream der - oftmlas nicht einmal finanzkräftigen - Käufer solche Autos einfach unsexy und popelig finden, solange wird sich auch der Spritpreis nicht mehr wesentlich nach unten bewegen. Die Ölkonzerne und die Automobilhersteller arbeite m.E. Hand in Hand. Und der (deutsche) Autofahrer dankt es allen, indem er das Auto sehr nahe an seinen Lebensmittelpunkt stellt, bereit ist viel Geld dafür auszugeben und nichts gegen einen teuren 180 PS starken Superbenziner sagt, der wissentlich und bekannterweise 10 Liter verbraucht, mit verzerrtem Grinsen kurz vor einem sexuellen Höhepunkt ist, wenn die Tachonadel die 200-Marke überschreitet - aber jedesmal beim Tanken die Augen verdreht und über die Spritpreise schimpft.
Kurz: Autos kosten Geld. Und in Summe kann man an den reinen Anschaffungs-, Wartungs- und Versicherungskosten relativ wenig tun - aber am Verbrauch des teuren Benzins, was in den Jahren ein sehr hoher Kostenfaktor ist. Wer sich ein verbrauchsgünstiges (was heißt das eigentlich?) Auto kauft, eine entsprechende Fahrweise sich aneignet, seinen Fahrzeuggebrauch allgemein sinnvoll einrichtet und dann auch nur zu günstigen Zeiten das günstigste Benzin der Region kauft, der hat sicher einen finanziellen Vorteil. Wer sich von vornherein einen Boliden kauft, PS-stark und groß und schwer - der soll auch nicht über Spritkosten meckern.
Ein eigenes Auto "braucht" eigentlich niemand wirklich. Nicht, wenn er ehrlich ist. Es ist bequem. Ja sicher. Es ist auch zeitgemäß, da mehr als die Hälfte aller Haushalte mindestens eines haben. Aber wirklich "brauchen"? Nene... Wenn man ehrlich mit sich selbst ist und jeden Kilometer, den man so im Jahr gefahren ist, kritisch überdenkt - und entsprechende Alternativen dagegen hält: hätte ich günstiger Zug-/Bahn-/Taxi- oder Radfahren können - dann ist und bleibt das Auto ein verdammt teurer Luxus.