CAR erwartet Ende des Diesel-Booms
Prof. Dudenhöffer nennt sieben Gründe für die Trendwende
Der lang anhaltende Boom des Diesel-Pkw scheint allmählich zu Ende zu gehen. "Alle Zeichen deuten darauf hin, dass der Diesel seinen Höhepunkt überschritten hat und in den nächsten Jahren der Benziner wieder an Boden gewinnt", heißt es in einer aktuellen Studie des Center Autmotive Research (CAR) zur Entwicklung des Diesel-Marktes in Deutschland.
Prognose: Diesel-Anteil 2020 nur noch 30 Prozent
Der Diesel-Anteil bei den in Deutschland verkauften Neuwagen war zwischen 1995 und 2007 von 14,6 auf 47,7 Prozent gestiegen. In Westeuropa erreichte der Diesel-Anteil zuletzt sogar 53,3 Prozent. Für die kommenden Jahre rechnet CAR-Leiter Prof. Ferdinand Dudenhöffer jedoch mit einer deutlich sinkenden Diesel-Nachfrage. Nach seiner Prognose wird der Anteil der in Deutschland verkauften Selbstzünder kontinuierlich zurückgehen - von rund 44 Prozent im Jahr 2010 auf nur noch etwa 30 Prozent im Jahr 2020. Dabei werde der Diesel zunächst bei Klein- und Kompaktfahrzeugen "am stärksten Federn lassen", so Dudenhöffer.
Sieben Gründe für die Trendwende
Dudenhöffer identifiziert sieben wesentliche Gründe für den Niedergang des Diesel und die Trendwende hin zum Benziner:
Benziner verbessert Effizient: Der Benziner wird dank kleinhubigerer Motoren mit Doppeltaufladung und neuer Direkteinspritzverfahren der zweiten Generation deutlich effizienter. Damit werden Treibstoffeinsparung zwischen 15 und 30 Prozent möglich. Dadurch erreicht der Benziner nahezu gleiche Verbrauchswerte wie der Diesel.
Schwindender Preisabstand zwischen Benzin und Diesel: Der Preisabstand zwischen Diesel und Benzin wird auf Grund der weltweit massiv steigenden Diesel-Nachfrage immer enger. Auf Grund der höheren Anschaffungskosten und der deutlich höheren Kfz-Steuer rechnet sich der Diesel damit für immer weniger Autofahrer.
Diesel-Restwerte werden schlechter: Firmenfahrzeuge sind zumeist mit Diesel-Motor ausgerüstet - für Privatkäufer lohnt sich der Diesel auf Grund geringerer Jahresfahrleistungen immer weniger. Hierdurch gerät auch der Gebrauchtwagenmarkt für Diesel immer stärker aus dem Gleichgewicht. Eine große Nachfrage von gebrauchten Diesel-Pkw steht einer kleineren Nachfrage bei den Privatkäufern gegenüber. Folge sind sinkende Diesel-Restwerte, die den Diesel auch als Firmenwagewn immer weniger interessant machen.
Diesel braucht mehr Abgasreinigung: Gleichzeitig braucht der Benziner nicht die aufwändigen Abgasreinigungssysteme des Diesels. Bluetec und andere Systeme zur Stickoxiod-Beseitigung sind aufwändig und teuer.
Diesel wird wartungsintensiver: Die Diesel-Technik mit Abgasreinigung ist aufwändiger und damit wartungsintensiver als beim Benziner. Damit steigen die Wartungskosten des Diesels.
Hybrid stärkt Benziner: Die Hybrid-Technologie steigert die Verbrauchsvorteile des Benziner zusätzlich. Damit kommt der Benziner mit Hybrid (Micro, Mild, Plug In) auf einen besseren Verbrauch als der Diesel - bei gleichen oder sgar besseren Kosten.
Diesel hat schlechtere CO2-Bilanz: Diesel-Kraftstoff enthält pro Liter mehr CO2 als Benzin. Damit wird bei neuen Steuersystemen der Diesel zusätzlich verteuert. Auch das spricht für den Benziner.
Die Kapriolen um teils unwirksame Dieselfilter-Nachrüstsysteme sowie die Einführung von Umweltzonen in zahlreichen deutschen Großstädten hätten beim Kunden ein zusätzliches "Diesel-Trauma" hinterlassen, meint Dudenhöffer abschließend.
Copyr.:Kfz.Betrieb ,Gerd Steiler 19.05.2008



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